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18.11.2025 08:30
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Videos zur 25-Jahr Feier der Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main
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25 Jahre Fairness-Stiftung haben wir am 6.9. gefeiert - mit großartiger Musik der Band Yumajo, mit Reden von Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, Helmut Graf, Geschäftsführer Stiftung Buntes Herz, mit Jutta Schmidt M.A., Geschäftsführende Direktorin der Fairness-Stiftung, mit zwei Geprächsrunden zum Thema "Und trotzdem fair?Anständig handeln in unanständigen Zeiten" mit Helmut Graf, Geschäftsführer Stiftung buntes Herz gGmbH, Dr. Philipp Bocks, Vorstand Karl Schlecht Stiftung (KSG), Uwe Rieken, Vorstand FAROS Fiduciary Management AG
sowie zum Thema: Außer Spesen nichts gewesen? Fairness – was bleibt? mit Dr. Manuela Richter-Werling, Gründerin und langjährige Geschäftsführerin von, Träger des Fairness-Initiativpreises (u.a. Irrsinnig Menschlich), Christiane Schubert, Managing Director der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain, Florian Borns, Geschäftsführer von Digitale Helden, Christoph Hohl, Managing Partner von Dieter Hofmann Consultants GmbH (Executive Search), Nathalie Krahé, Diplom-Psychologin, Krahé-Beratung und PROfair®
"Videos mit Themen- und Personenangaben"
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10.11.2025 10:53
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Mobbing ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft
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Ein Großteil der Erwachsenen ist schon mal Opfer von Mobbing geworden. Vor allem im Netz ist die Zahl der Betroffenen laut einer Studie deutlich gestiegen. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage demnach immer weiter verschärft.
Im Netz, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, im Freundeskreis: Ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung hat laut einer Studie Mobbing oder Cybermobbing erlebt. Das berichtet das Bündnis gegen Cybermobbing in Berlin. Rund 37 Prozent der Befragten waren demnach schon einmal "klassischen" Mobbing-Attacken ausgesetzt. Das bedeute einen Anstieg um 12,9 Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung 2021 und entspreche rund 19 Millionen Menschen.
Es habe sich gezeigt, dass kaum ein Lebensbereich im privaten wie beruflichen Umfeld verschont bleibe, berichtete das Bündnis. Außerdem zeigt die Studie, dass sich jedes vierte Cybermobbing-Opfer selbst als suizidgefährdet einstuft. Das Bündnis bezieht seine Erkenntnisse aus einer nach eigenen Angaben repräsentativen Studie, bei der kürzlich 2.300 Personen zwischen 18 und 65 Jahren bundesweit online befragt wurden.
Immer noch viele Mobbing-Fälle am Arbeitsplatz
In Bezug auf Mobbing in der Arbeitswelt zeigt die Studie einen Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2021. Dennoch bleibt die Zahl der Mobbing-Vorfälle am Arbeitsplatz hoch. Demnach ereignen sich 43 Prozent aller Mobbingfälle in der Arbeitswelt. Besonders fällt auf, dass in mehr als der Hälfte dieser Fälle Vorgesetzte als Täter oder Mittäter beteiligt sind.
Als Mobbing gilt in der Befragung, wenn jemand gezielt und systematisch Angriffen wie Anfeindungen, Schikane und Diskriminierung ausgesetzt ist - und das wiederholt und über einen längeren Zeitraum. Unter Cybermobbing fallen demnach etwa Belästigung, Beleidigung, Diffamierung, Bloßstellung oder Nötigung über das Internet - über soziale Netzwerke, Mails, Chatrooms, Videos. Eine allgemeingültige Definition für die beide Begriffe gebe es bisher nicht.
Beim Cybermobbing sei von mehr als 7,2 Millionen Opfern auszugehen. Davon waren rund 14 Prozent der Befragten betroffen - das sei eine Zunahme um sogar 21,7 Prozent im Vergleich zu 2021 (damals gaben das 11,5 Prozent an). Die meisten Cybermobbing-Opfer sind zugleich auch Opfer von "klassischem" Mobbing. In beiden Mobbing-Problemfeldern verschärfe sich die Situation nun schon seit der ersten Befragung von 2014 stetig weiter, betont der Vorsitzende des Bündnisses, Uwe Leest. "Mobbing ist ein fester Bestandteil in unserer Gesellschaft."
Cybermobbing-Vorfälle spielen sich demnach mit 62 Prozent überwiegend im privaten Umfeld ab. Bei den Tätern handelt es sich bei beiden Mobbingformen im privaten Umfeld meist um Freunde, auch wenn dieser Täterkreis im Vergleich zur Vorstudie abnahm. Mehr Täter als vor vier Jahren kommen inzwischen aus der Familie, der Nachbarschaft oder Vereinen.
Junge Menschen am stärksten betroffen
Die Studie weist auf die besonders hohe Betroffenheit bei jungen Menschen hin. 45 Prozent der 18- bis 24-Jährigen gaben an, bereits Opfer von Mobbing geworden zu sein, ein Viertel berichtet von Cybermobbing-Erfahrungen. Frauen sind demnach stärker betroffen als Männer: Sie haben ein 1,3-mal höheres Risiko, Opfer von Mobbing zu werden.
Im ARD-Morgenmagazin sprach die Cyberpsychologin Dr. Catarina Katzer über mögliche Gründe, warum jemand zum Cybermobber wird. Laut der Expertin führen sowohl Jugendliche als auch Erwachsene ein "Leben im Dauerkrisenmodus". Deshalb seien Ängste und die psychologische Belastung gestiegen. Außerdem hätten Impulskontrolle und die Problemlösefähigkeit abgenommen. Das wiederum führe zu Wut und die könne sich im Netz gut entladen. Denn dort hätten Täter eine hohe physische und psychische Distanz, was die Hemmschwelle senke, so Katzer. Sie nimmt darum auch Soziale Netzwerke in Pflicht. Ihre Forderung: Einen ständigen Notfallknopf, mit dem Betroffene schnell Hilfe anfordern können.
Und auch das zeigt die Studie: Rund 82 Prozent der Täter waren nach eigenen Angaben zuvor schon mal Opfer von Mobbing im Netz oder im realen Leben. "Wir sehen in der Studie, dass immer mehr Opfer zu Tätern werden. Unrecht wird mit Unrecht vergolten", sagte Leest der Nachrichtenagentur dpa. Bei den jüngeren Erwachsenen zeige sich, dass das gelernte negative Verhalten in Jugend- und Schulzeit häufig übernommen werde ins Arbeitsleben. Ein "erfolgreicher" Täter, der nicht gestoppt wurde, suche sich oft auch mehrere Opfer oder halte nach Mittätern Ausschau.
Hohe Kosten für Mensch und Gesellschaft
Die Auswirkungen auf die Betroffenen sind laut Studienmachern schwerwiegend: 45 Prozent der Mobbing-Opfer berichten von langfristigen psychischen Belastungen, darunter Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen. Besonders bei Cybermobbing, das oft kürzere Zeiträume umfasst, können die psychischen Folgen tiefgreifend sein.
Die Studie zeigt auch, dass die Opfer eine klare Haltung gegenüber der Gesetzgebung haben: Fast drei Viertel der Befragten fordern schärfere Gesetze, insbesondere ein spezifisches Mobbing- oder Cybermobbinggesetz. Uwe Leest appelliert: "Wir gemeinsam als Gesellschaft haben die Möglichkeit, dieses Problem kleiner werden zu lassen."
Ein weiterer Aspekt der Studie sind die wirtschaftlichen Folgen von Mobbing: Allein die mit Vorfällen verbundenen Krankheitsfolgekosten für Unternehmen betragen jährlich rund 4,3 Milliarden Euro.
Tagesschau
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07.11.2025 09:10
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Aldi vorbildlich im Umgang mit Lieferkettengesetz bei Bananen
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Nach einer Beschwerde beim Discounter Aldi haben Bananenarbeiter im mittelamerikanischen Costa Rica Entschädigungszahlungen erhalten. Das Lieferkettengesetz spielt dabei eine entscheidende Rolle.
San José/Berlin - Nach einer Lieferkettengesetz-Beschwerde haben Beschäftigte einer Bananenplantage in Costa Rica Entschädigungszahlungen erhalten. Die Zahlungen erfolgten nach etwa zweijähriger Verhandlungszeit im August 2025, wie die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam mitteilte. Über Höhe und Anzahl der Zahlungen sei Stillschweigen vereinbart worden.
An den Verhandlungen beteiligt waren neben Oxfam eine lokale Gewerkschaft, ein Zulieferer und ein Produzent von Bananen - sowie der Discounter Aldi, bei dem die Beschwerde nach dem Lieferkettengesetz unter anderem eingereicht worden war. Bemängelt wurden dabei Verstöße gegen Arbeitsrechte auf den Plantagen – darunter zu niedrige Löhne, fehlender Schutz bei Pestizideinsätzen und die Benachteiligung von Gewerkschaftsmitgliedern.
Aldi habe sich „konstruktiv für eine Lösung eingesetzt“ und gemeinsam mit Gewerkschaft, Zulieferer und Produzent nach Lösungen gesucht, hieß es von Oxfam. In den anschließenden Untersuchungen seien mehrere Missstände bestätigt worden. Durch die Kooperation sei es gelungen, Unregelmäßigkeiten bei Lohnabrechnungen aufzuarbeiten und schließlich Entschädigungen an eine Gruppe betroffener Arbeiterinnen und Arbeiter zu zahlen. Aber: „Für den Produzenten und der Zulieferer ist elementar, dass die Zahlungen kein Schuldeingeständnis darstellen“, hieß es
Auch bei weiteren Themen wie dem Arbeitsschutz wurden den Angaben nach deutliche Fortschritte gemacht. Alle Vorwürfe hätten aber noch nicht geklärt werden können. „Aldi, der Zulieferer und der Produzent vor Ort bestätigen, dass (...) sie sich weiterhin gemeinsam dafür einsetzen, alle offenen Themen nachhaltig zu bearbeiten“, hieß es.
Oxfam sieht Präzedenzfall
„Wir sind sehr froh, dass zum ersten Mal Zahlungen an Betroffene geleistet wurden. Das bedeutet uns viel“, wird der Generalsekretär der Gewerkschaft Sitrap, Didier Leiton, in der Mitteilung zitiert. Oxfam sieht darin einen wichtigen Präzedenzfall. „Das Ergebnis zeigt, dass das Lieferkettengesetz wirkt“, teilte der Oxfam-Referent für Menschenrechte in globalen Lieferketten, Tim Zahn, mit. „Der Prozess im Beschwerdefall hat offenbart, dass es essenziell ist, Gewerkschaften und Unternehmen an einen Tisch zu bringen.“
Auch der Discounter zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Unser Ziel ist eine spürbare Verbesserung der Menschenrechtslage in den Lieferketten“, sagte der Nachhaltigkeitsdirektor von Aldi Süd, Maximilian Vogt. Daher unterstütze man ausdrücklich menschenrechtliche Sorgfaltspflicht-Gesetzgebungen. „Denn Fälle wie dieser zeigen deutlich, dass solche Regelungen konkret zum Schutz der Betroffenen beitragen.“ Meine News
Gesetz soll Menschenrechte stärken
Das deutsche Lieferkettengesetz ist ein gesetzlicher Rahmen, der sicherstellen soll, dass Unternehmen in ihren globalen Lieferketten bestimmte Arbeits- und Umweltstandards einhalten. Es trat 2023 in Kraft. Ziel ist es, Menschenrechte weltweit zu stärken und Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit profitieren. Zuletzt gab es Diskussionen über eine Abschwächung des Gesetzes, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu vermeiden. dpa
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