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04.02.2026 07:09
Unfaire Lücke bei Gleichbehandlung und Antidiskriminierung
Verbale sexuelle Belästigung gilt laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nur im Arbeitskontext ausdrücklich als Diskriminierung. Wenn aber ein Fahrlehrer seiner Schülerin pornografische Bilder auf seinem Handy zeigt und sie fragt, ob sie mit ihm »ins Gebüsch will«, kann sie rechtlich dagegen nur schwer vorgehen. Das Gleiche gilt für verbale sexuelle Belästigung bei der Wohnungssuche oder beim Arzt.

Eine aktuelle Auswertung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat ergeben, dass Deutschland mit dieser Regelungslücke europaweit allein dasteht. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman nennt das einen »untragbaren Zustand«. Sie fordert die Koalition auf, bei der Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes Abhilfe zu schaffen.

Diese Reform dürfte aufwendiger werden. SPD-Politikerinnen fordern außerdem, dass Frauen besser vor der Diskriminierung durch künstliche Intelligenz geschützt werden – damit KI bei der Durchsicht von Bewerbungsunterlagen nicht einfach Frauen im gebärfähigen Alter aussortieren kann. Der Koalitionsvertrag von SPD und Union sieht das so konkret noch nicht vor.
https://www.fairness-stiftung.de/UnfairnessInstrumente.htm


02.02.2026 15:00
Mehr Verbraucherschutz durch EU und Bundesrat
Verpflichtender Widerrufsbutton kommt

Wer beim Online-Shopping oder einem Vertragsabschluss sich falsch entschieden hat, kann das bald leichter rückgängig machen. Der Bundesrat stimmte einer Gesetzesänderung zu, die Unternehmen dazu verpflichtet, auf ihrer Website beziehungsweise in der App einen gut sichtbaren Widerrufsbutton anzubringen.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig nicht mit sogenannten Dark Patterns manipuliert werden dürfen. Darunter versteht man Designelemente, die das Verhalten von Konsumenten so steuern sollen, dass diese den Überblick verlieren - und dadurch dann unbeabsichtigt Optionen auswählen, die dem Anbieter nutzen.

Auch für Patientinnen und Patienten bringt das Gesetz Verbesserungen mit. Der erste Einblick in die vollständige Behandlungsakte wird künftig kostenfrei möglich sein.

Härtere Konsequenzen für Greenwashing

Wer auf der Verpackung, in Anzeigen, Werbebroschüren oder im Internet mit Begriffen wie «umweltfreundlich» oder «klimaneutral» wirbt, muss diese Behauptung künftig auch belegen können. Andernfalls drohen Abmahnung oder sogar Schadenersatz.

Nachhaltigkeitssiegel dürfen gemäß der Neuregelung nur noch dann benutzt werden, wenn sie auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt wurden. Gelten sollen die neuen Regeln ab dem 27. September 2026.

Der https://www.fairness-check.de/ fokussiert auf Fairness-Watching und auch Greenwatching

31.01.2026 08:44
Ernährung braucht mehr Fairness
Oft wird Essen als reine Privatsache dargestellt. Dadurch bleibt ausgeblendet, welche zentrale Rolle Konzerne spielen: Wenige Akteure beherrschen den globalen Markt und prägen so überall auf dem Erdball die Esskultur. Ernährung ist somit eine politische Frage.

Das heute dominierende Ernährungssystem trägt massiv zur Überschreitung mehrerer planetarer Grenzen bei. Es verursacht rund ein Drittel der klimaschädlichen Gase, ist hauptverantwortlich für das Artensterben und verbraucht zu viel Wasser. Zugleich zementiert es Ungerechtigkeiten: Steigende Lebensmittelpreise treffen Länder mit niedrigem Einkommen besonders hart. Weltweit leiden 673 Millionen Menschen an Hunger – überwiegend in ländlichen Regionen. Ungefähr 2,8 Milliarden Menschen gelten als fehlernährt. Die weltweite Ausbreitung der westlichen Esskultur – viel Fleisch und hochverarbeitete Lebensmittel aus der Massenproduktion – trägt zu Übergewicht und Adipositas bei, zwei zentrale Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

So, wie es ist, muss es jedoch nicht bleiben, und viele Menschen wollen sich gesünder ernähren. Wie es möglich ist, die wachsende Weltbevölkerung mit gutem Essen zu versorgen, ohne die Umwelt zu überlasten, hat die EAT-Lancet Commission herausgefunden. Die empfohlene Planetary Health Diet besteht aus viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen – und vergleichsweise wenig Milch- und Fleischerzeugnissen. Doch nicht nur was auf dem Teller liegt, ist entscheidend für eine gute Ernährung, sondern auch, wie es produziert wurde.

Im Jahr 1999 hat der britische Professor Tim Lang das Konzept der Ernährungsdemokratie veröffentlicht. Demnach ist Ernährung stets politisch und darf nicht bloß unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden. Diese Perspektive teilen auch Ernährungsräte, die sich für eine gerechte, ökologische und demokratisch gestaltete Ernährungspolitik einsetzen und wollen, dass die Nahrungsmittelversorgung lokaler und selbstbestimmter organisiert wird. In Deutschland sind die ersten Ernährungsräte 2016 in Köln und Berlin entstanden – mittlerweile gibt es sie bereits in 60 Städten.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

29.01.2026 09:04
Ernährung braucht Demokratie
Ernährungsdemokratie bedeutet, dass nicht Konzerne über unser Essen bestimmen. Gesundheit, Klima, Biodiversität und faire Arbeit lassen sich nur sichern, wenn alle Beteiligten das Ernährungssystem gemeinsam gestalten.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

28.01.2026 10:25
Faire Preise sind politisch gestaltbar - wann greift die Politik ein?
Immer mehr Bauernhöfe geben auf, weil sie ihre Kosten nicht decken können. Faire Preise sind eine politische Frage: Große Abnehmer müssen verpflichtet werden, kostendeckend zu zahlen.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

27.01.2026 08:36
Digitalisierung schafft neue Abhängigkeiten
Digitale Technologien können die Arbeit in der Landwirtschaft erleichtern. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen wie Amazon, Microsoft oder Bayer.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

26.01.2026 09:29
Finanzspekulation verschärft Hunger
Finanzspekulation treibt Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Davon profitieren wenige, während viele Menschen weltweit in Hunger und Armut geraten.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

24.01.2026 10:53
Bundeskartellamt muss Markt-Fairness herstellen - Kartellrecht könnte Konzern-Marktmacht begrenzen
Ein wirksames Mittel gegen Oligopole ist das Kartellrecht. In Deutschland muss das Bundeskartellamt stärker eingreifen, um Marktkonzentration zu begrenzen und fairen Wettbewerb wiederherzustellen.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

23.01.2026 08:07
Lobbyismus schützt Konzerninteressen auf Kosten der Verbraucher:innen
Um ihr Geschäftsmodell zu sichern, betreiben Agrarkonzerne massive Lobbyarbeit. Allein 50 Millionen Euro wurden eingesetzt, um strengere Regeln für Pestizide in der EU zu verhindern.

Zu finden mit Belegen, Fakten und Grafiken in:
"Konzernatlas 2026"

22.01.2026 08:29
Wasser wird zur Ware mit hohem Profit
Multinationale Konzerne wie Coca-Cola, Nestlé oder Danone pumpen Grundwasser ab, füllen es in Flaschen und verkaufen es zu einem Vielfachen des Leitungswasserpreises.

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"Konzernatlas 2026"

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