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09.03.2026 07:35
Endlich strengere Kriterien für Umweltvesprechen und Eigenlob  

Eine neue EU-Richtlinie verbietet pauschale Umweltversprechen in der Werbung. Unternehmen müssen jetzt konkrete Nachweise liefern – das ist gut so. Jana Assauer schreibt in der Frankfurter Rundschau dazu:

"Umweltfreundlich, klimaneutral oder einfach nur grün – mit Nachhaltigkeit zu werben, liegt im Trend und kommt gut an, bei Verbrauchern genauso wie bei jungen Talenten. In der Außenkommunikation ist es allerdings bald verboten, mit diesen pauschalen Begriffen um sich zu werfen.

Im September tritt die EmpCo-Richtlinie in Kraft. EmpCo steht für „Empowering Consumers for the Green Transition“. Sie soll Verbraucher vor Greenwashing schützen und sie befähigen, informierte Entscheidungen zu treffen. Unabhängig von Größe oder Sitz betrifft sie alle Unternehmen, die in der EU Produkte oder Dienstleistungen an Endkunden verkaufen. Ausnahmen gibt es ausnahmsweise nicht.

Angaben zu ökologischen Merkmalen müssen zukünftig präzise formuliert oder um konkrete Details ergänzt werden – auf demselben Medium. Zur Not per QR-Code mit weiterführenden Informationen. Aus der „nachhaltigen Produktverpackung“ wird beispielsweise die spezifische Aussage, dass die „Verpackung 30 Prozent recyceltes Plastik enthält“ – Nachweis inklusive. Je konkreter die Formulierung, desto besser. Das betrifft nicht nur Text, sondern auch mündliche Aussagen in audiovisuellen Medien. Aussagen wie „energieeffizient“ sind nur noch erlaubt, wenn eine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachgewiesen werden kann. Kompensationsprojekte fallen nicht mehr darunter. Wer als Ausgleich Bäume pflanzt, darf das aber natürlich separat kommunizieren.

Wer vermeiden will, abgemahnt oder verklagt zu werden, sollte zügig mit der Bestandsaufnahme starten: Welche Kommunikationskanäle gibt es? Sind die Angaben spezifisch genug? Alte Social-Media-Beiträge zählen übrigens auch dazu. Mit dem an der Uni Köln gegründeten Greenwashing-Checker lassen sich deutsche Texte prüfen. Und dann heißt es: nachschärfen! Auf welchen Teil des Produktes bezieht sich die Formulierung? Gibt es Nachweise? Sind sie extern verifiziert? Wird auf dem gleichen Medium aufgeklärt? Sind weitere Nachweise leicht zugänglich? Ist die Aussage einfach und verständlich? Zudem lohnt es sich, eine Nachweisdatenbank aufzubauen und das Wissen intern zu verbreiten, sodass es aus Angst oder vorauseilendem Gehorsam nicht zu weniger Werbung mit Umweltvorteilen kommt, sondern zu besserer".

Die Autorin unterstützt mit ihrem Montagshappen-Themendienst Experten, Organisationen und Unternehmen dabei, ihr Wissen der Gesellschaft zu vermitteln.

Der https://greenwashingchecker.org/

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