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23.12.2025 16:15
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Wir wünschen alles Gute und sind am 7.1.2026 wieder erreichbar
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Interessierte User und Fairness-Interessierte, wir sind bis einschließlich 6.1.2026 in Betriebsferien. Sollten Ihnen dennoch der Schuh drücken, senden Sie uns bitte eine Mail an unseren Kontakt; wir versuchen dann, zeitnah zu antworten.
Für die Weihnachtszeit, die Zeit "zwischen den Jahren", den Start ins Neue und bis 7.1.26 wünschen wir Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit, Lebensfreude und Resilienz!
Wie danken für Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und Ihr Wohlwollen für unser Fairness-Engagement und freuen uns über und auf Ihre Spenden dafür!
Ab 7.1.26 erreichen Sie uns wieder wie gewohnt per Telefon und Mail.
Jutta Schmidt M.A. und Dr. Norbert Copray
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20.12.2025 10:45
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Schokolade mit Fairness wäre gut
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Das Wichtigste gleich zu Beginn:
Viele große Schokoladenmarken wie Lindt und Milka erfüllen soziale Standards nur unzureichend, während kleinere Anbieter wie Dennree, Rapunzel, Die Gute Schokolade und Tony’s Chocolonely deutlich strengere Fair-Trade-Kriterien einhalten. Teure Markenprodukte schneiden in Sachen Fair Trade nicht automatisch besser ab; günstige Eigenmarken hingegen tragen häufig das Fairtrade-Siegel. Bio-Schokolade punktet zusätzlich beim Tierwohl durch bessere Haltungsbedingungen für Milchkühe, einen höheren Kakaoanteil und den Verzicht auf Aromen.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat im Rahmen eines aktuellen Marktchecks zahlreiche Vollmilch-Schokoladen im Hinblick darauf untersucht, wie fair sie produziert werden. Dafür haben die Verbraucherschützer:innen insgesamt 19 Schokoladen-Tafeln in Bezug auf Fairness und Transparenz genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse ihres Marktchecks hat die Verbraucherzentrale am Mittwoch (10. Dezember 2025) vorgestellt. Diese sind durchaus überraschend ausgefallen.
Vollmilch-Schokolade im Check: teuer ist nicht gleich fair
So schneiden die teuren Markenprodukte beim Thema fairer Produktion nicht automatisch besser ab. Laut Verbraucherzentrale war in dem jüngsten Test sogar oftmals das Gegenteil der Fall. “Die mit einem Kilopreis von 36,90 Euro teuerste Schokolade im Marktcheck - ein Produkt von Lindt - weist trotz des hohen Verkaufspreises Defizite bei Umwelt- und Fairnesskriterien auf. Die preisgünstigen Vollmilch-Schokoladen der Handelsmarken Ja!, Fin Carré, Choceur, K-Classic und Chocóla kosteten im Erhebungszeitraum im Sommer 2025 hingegen nur 99 Cent pro 100-Gramm-Tafel; trotzdem tragen sie durchweg ein Fairtrade-Siegel für den Kakaoanteil“, so die Verbraucherschutzbehörde.
Allerdings: Das Fairtrade-Siegel sichert Arbeiterinnen und Arbeitern im Kakaoanbau zwar bessere Arbeitsbedingungen und Kakaopreise über dem Weltmarktpreis zu, doch diese sind nicht unbedingt existenzsichernd. Das Geld reicht also oft nicht für die betrieblichen und alltäglichen Ausgaben, die die Kakaobäuerinnen und Kakaobauern haben. Trotzdem bietet das Siegel mehr verlässliche Kriterien als ungelabelte Produkte und ist daher grundsätzlich die bessere Wahl.
Nur wenige Hersteller erfüllen strenge Kriterien Schätzungen zufolge wird Kakaobäuerinnen und Kakaobauern weniger als zehn Prozent des Schokoladenpreises im Supermarkt gezahlt. Nur ein paar Schokoladenanbieter unserer Stichprobe erfüllen strenge Kriterien beim Kakaoanbau und haben sich in der Vergangenheit einen besonders guten Ruf erarbeitet. Ausreichende Löhne, die die Lebenshaltungskosten decken, garantieren nach eigenen Angaben bislang lediglich die Marken Dennree, Rapunzel, Die Gute Schokolade und Tony’s Chocolonely.
Fairer Anbau von Kakao: Nur unabhängige Siegel bieten Orientierung
Gerade Kakao sei im Hinblick auf die Produktionsbedingungen ein besonders kritischer Rohstoff aus dem Globalen Süden. “Kinderarbeit und der ungeschützte Einsatz von gefährlichen Pestiziden sind nur zwei Beispiele für die gravierenden Missstände”, so die Verbraucherzentrale.
In diesem Bereich bieten große Markennamen keineswegs eine verlässliche Orientierung für fair produzierte Lebensmittel. So würden bekannte Hersteller wie “Lindt”, “Milka” oder “Marabou” zwar eigene Anbauprogramme für Kakao betreiben. Doch deren Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen seien als unzureichend einzustufen. Deshalb sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher besser an unabhängigen Siegeln orientieren. “Unabhängige Siegel oder kleinere Anbieter mit ambitionierten Fair-Trade-Zielen bieten diesbezüglich deutlich mehr Sicherheit”, so die Empfehlung der Verbraucherzentrale.
Im aktuellen Marktcheck haben gerade große Marken laut Verbraucherzentrale Defizite bei sozialen Standards aufgewiesen. “Viele große Schokoladenmarken wie Lindt und Milka erfüllen soziale Standards nur unzureichend, während kleinere Anbieter wie Dennree, Rapunzel, Die Gute Schokolade und Tony's Chocolonely deutlich strengere Fair-Trade-Kriterien einhalten”, heißt es etwa in einem Fazit des Marktchecks.
Verbraucherzentrale: “Bio-Schokolade überzeugt bei Zutaten und Tierwohl”
Neben dem Kakao spielt bei der Produktion von Vollmilch-Schokolade natürlich auch die Milch eine wichtige Rolle. Hier punkten vor allem Bio-Produkte. “Bei Produkten mit Bio-Siegel ist der Auslauf im Freien für Milchkühe vorgeschrieben. Zudem zeichnen sich die Bio-Schokoladen in der Stichprobe durch einen hohen Kakaoanteil von 33 bis 38 Prozent aus. Gleichzeitig verzichten die Hersteller auf zugesetztes Aroma”, so die Bewertung der Verbraucherzentrale.
"Vollmilchschokolade im Detail"
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08.12.2025 08:58
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Wie die verrohte Gesellschaft krasse Unfairness und Gewalt fördert
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Bernd Hontschik, Chirurg und Publizist, beschreibt in der Frankfurter Rundschau (6.12.25) kritisch „Gewalt im Krankenhaus“ und sieht darin einen Spiegel der zunehmend verrohten Gesellschaft:
Von einer „Zunahme von Beleidigungen, Bedrohungen und körperlichen Attacken, von Tritten und Schlägen die Rede. Allein in einem halben Jahr, sagt ein Hamburger Feuerwehrsprecher, habe es zahlreiche Angriffe gegen Kollegen seiner Wache gegeben: „Eine Notfallsanitäterin wurde getreten – in den Unterleib. Es ist ein Kollege mit einem Faustschlag im Gesicht getroffen worden. Ein Tritt vor die Brust und natürlich auch Bespucken und so weiter. Es sind Fahrzeuge beschädigt worden durch Fußtritte. Das Ganze wird rauer draußen, wirklich rauer.“
In einer Umfrage im Auftrag von Doctolib unter Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Medizinischen Fachangestellten gaben 75 Prozent an, im letzten Jahr mindestens einmal mit Gewalt in Konfliktsituationen zu tun gehabt zu haben. Bei zwei Dritteln der Befragten waren es verbale Attacken und Beleidigungen durch Patient:innen, mehr als ein Drittel war bedroht worden, ein Viertel war sogar körperlicher Gewalt wie Schlägen oder Beißen ausgesetzt. Frauen waren überproportional häufig von Angriffen betroffen, besonders junge Ärztinnen.
Wenn ausgerechnet Angehörige von gemeinwohlorientierten Dienstleistungen zur Zielscheibe von Aggressionen werden, ist Ursachenforschung dringend angesagt. Die Ursachen dieser Entgleisungen sind vielfältig: Alkoholisierungen, Kontrollverluste durch Drogen, soziale Eskalationen, psychiatrische Auffälligkeiten oder Machogehabe. Das hat es aber schon immer gegeben, auch vor zehn Jahren und auch vor zwanzig Jahren. Diese Überlegungen können nicht den massiven Anstieg in den letzten fünf Jahren erklären. Was hat sich in dieser Zeit geändert?
In einer Krankenhausambulanz erlebt man nichts anderes als das, was sich im täglichen, im öffentlichen Leben abspielt. Als Beispiel möge das Benehmen von Bundestagsabgeordneten dienen, die in ihren Hasstiraden und Beleidigungen kaum noch Grenzen kennen. Das gab es vor wenigen Jahren noch nicht. Das wäre der allgemeine Teil, sozusagen das gesellschaftliche Klima. Da ist jeder Respekt vor dem Gegenüber abhandengekommen.
Und was hat sich im Gesundheitswesen verändert? Es beginnt damit, dass man in weiten Landstrichen gar keine ambulante ärztliche Versorgung mehr vorfindet. Dazu ist eine große Zahl von kleinen Krankenhäusern in die Insolvenz getrieben worden. Besonders im Osten und auf dem Land sind weite Anreisen inzwischen der Normalfall. Die Terminvergabe bei Fachärzten ist ein Glücksspiel, inzwischen auch schon bei immer mehr Hausärzten. Der Anstieg der Fallzahlen in den Krankhausambulanzen ist also Folge eines Versagens der ambulanten Medizin, die immer mehr ausgedünnt, immer schwerer erreichbar und mit immer längeren Wartezeiten verbunden ist.
Im Krankenhaus sind die Veränderungen besonders schwerwiegend. Krankenhäuser müssen schwarze Zahlen schreiben. Unrentable Bereiche werden personell ausgetrocknet und unterfinanziert. Krankenhausambulanzen sind höchst unrentabel. Daher erlebt man dort immer öfter Wartezeiten von mehreren Stunden, um dann blitzartig abgefertigt zu werden. Da muss man sich eigentlich über jeden einzelnen Fall wundern, in dem es nicht zu Wutausbrüchen kommt.
So haben die beiden Meldungen eben doch sehr viel miteinander zu tun. Ein Anstieg der Nachfrage trifft auf ein immer weiter reduziertes Angebot: Das kann zu Verzweiflung führen. Manchmal auch zu Gewalt.
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03.12.2025 10:45
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De-Invest-Bewegung kommt voran
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Die Zahl der Einrichtungen, die ihre Gelder aus fossilen Unternehmen abziehen, wächst. Unter den mittlerweile rund 1.700 Institutionen der sogenannten Divestment-Bewegung sind auch 46 kirchliche Organisationen, die sich auf der Weltklimakonferenz in Belém der Initiative angeschlossen haben. Gemeinsam verwalten alle Beteiligten 34 Milliarden Dollar – etwas mehr als den Börsenwert von RWE. 2019 waren es noch 13 Milliarden. Rund ein Drittel der Gelder gehört religiösen Trägern, daneben bekennen sich auch Universitäten, Städte und Pensionsfonds zu grünen Wertanlagen. Die Beteiligten legen jedoch sehr unterschiedlich aus, wann eine Anlage als fossilfrei gelten darf. Für die katholischen Investor:innen fallen alle Unternehmen darunter, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit fossilen Geschäftsmodellen machen. Bei den evangelischen Institutionen sind wiederum nur Investitionen in die extrem klimaschädlichen Brennstoffe Kohle, Fracking-Gas und Öl aus Teersand ausgeschlossen. Lino Wimmer
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