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14.01.2026 08:03
Unternehmen lähmen sich mit selbstgemachter Bürokratie
Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft die kontur aus Luzern unter 2500 Erwerbstätigen in Deutschland zeigt: 93% der Beschäftigten sehen in der Bürokratie eine Belastung für Deutschland. Die Bürokratie greift dabei auch in hohem Maße auf Unternehmen über. So bezeichnen 61,4 % ihr Unternehmen als bürokratisch. Verantwortlich dafür sind für 68,5% hauptsächlich Vorgaben von aussen wie Gesetze, aber auch bei 21,2 % eigene Regeln im Unternehmen. Dort lähmt Bürokratie die Produktivität und Entscheidungsfreude sowie Innovationskraft und Motivation. Management-Experte Dr. Bodo Antonic warnt in diesem Zusammenhang davor, die Auslöser der Bürokratie im Unternehmen durch "Firmokratie" noch zu verstärken.

Dass Bürokratie eine Belastung für Deutschland ist, sehen mehr als 93 % der Beschäftigten so. Zwei Drittel sehen sogar ein dramatisches Ausmaß. Die grundsätzliche Einschätzung der Bürokratie als Belastung gilt dabei über alle Alters- und Berufsgruppen hinweg. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens die konturaus Luzern, für die im November 2500 Erwerbstätige in Deutschland befragt wurden. Von den Befragten sind überdies 61,4 % der Meinung, dass auch das eigene Unternehmen bürokratisch sei. Frauen sehen dies mit 63,8 % sogar etwas häufiger als Männer mit 58,8 %. Bei Beschäftigten mit Kindern steigt dieser Wert sogar auf 71,3 %.

Die Bürokratie in den Unternehmen wird nach Auffassung von mehr als zwei Dritteln (68,5 %) der Befragten von äußeren Vorgaben wie beispielsweise Gesetzen bestimmt. Demgegenüber sehen 21,4 % die Ursachen der Bürokratie hauptsächlich in eigenen Regeln des Unternehmens. Für Management-Experte Dr. Bodo Antonic, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens, liegt in der Bürokratie eine Gefährdung des Standorts und der Überlebensfähigkeit von Unternehmen in Deutschland. "Bürokratie ist für viele Beschäftigten allgegenwärtig und selbst gar nicht zu vermeiden. Unternehmen sollten daher aktiv an der Vermeidung von Bürokratie arbeiten und zusätzliche 'Firmokratie' verhindern", so Dr. Antonic. Dazu gehören nach Ansicht des Managers eine kritische Überprüfung eigener hausinterner Regeln sowie ein pragmatischer und effizienter Umgang mit externen Vorgaben. "Bürokratie zu vermeiden, erfordert Mut und Entscheidungskraft, ausufernde Regeln muss man hingegen als Zeichen von Schwäche und Orientierungslosigkeit verstehen", so Dr. Antonic.

Ein Blick auf die Zahlen bestätigt die Einschätzung von Dr. Antonic. So geben 62,5 % der Beschäftigten als Hauptursache für die Bürokratie die im Unternehmen rechtliche Absicherung an, gefolgt von umständlichen Arbeitsprozessen (43,2 %). Den dritten Platz teilen sich das Kontrollbedürfnis von Vorgesetzten (31,3 %) und Industrie-Standards (31,2 %). Aus der Praxis in unterschiedlichen Unternehmen kann Dr. Antonic von zahlreichen Beispielen berichten. "Unternehmenslenker wollen gerne die Risiken aus Ihrer Verantwortung absichern und zusätzliche Sicherheiten für sich einbauen. Der externen Regulatorik wird dann nochmal intern eins draufgesetzt", beschriebt der Management-Experte. Und führt aus: "Bürokratie untergräbt die Erneuerungsfähigkeit im Unternehmen, nimmt Handlungsfähigkeit und verursacht Ressourcen-Verschwendung."

Diese Folgen der Bürokratie bestätigen sich ebenfalls in den Ergebnissen der Studie. Zwei Drittel (66,7 %) der Befragten gaben eine Zunahme an unnötiger Arbeit an. Für Dr. Antonic allerdings noch gravierender ist der zweithäufigste Grund. 51,7 % der Beschäftigten gaben an, dass die eigentliche Arbeit liegen bleibe.

"Die eigentliche Arbeit nicht zu machen, gefährdet Kundenzufriedenheit und Qualität, und damit auch Liquidität und Einnahmen. Mit Formularen ausfüllen ist kein Geld verdient", wird Dr. Antonic deutlich. Weitere Probleme der Bürokratie sind laut Studie für 49,2 % der Befragten die langen Entscheidungsprozesse, 44,1 % bemängeln den Motivationsverlust und jeweils rund 41% sehen auch höhere kosten sowie zunehmenden Stress. Dr. Antonic erläutert: "Wir haben Beschäftigte befragt, weil sie diejenigen sind, die die Bürokratie im Alltag ausbaden müssen. Sie erkennen sehr wohl den wirtschaftlichen Schaden fürs Unternehmen, als auch die negativen Folgen für sich selbst."

Eine Lösung sieht der Management-Experte in der Priorisierung und einem "kontrollierten Regelbruch". Dr. Antonic wörtlich: "Gesetzestreue ist ein Wert und nicht jedes Gesetz ist per se schlecht. In der Praxis werden viele Gesetze und Regeln aber ohnehin unterlaufen. Das Problem liegt darin, dass man sich treiben lässt und keine Werte und Prinzipien etabliert, nach denen man sein Handeln pragmatisch ausrichtet. Mein Vergleich ist das Falschparken. Wenn Sie keinen Parkschein haben, müssen Sie einen Strafzettel in Kauf nehmen. Kann man machen. Damit schaden sie noch niemand. Wenn Sie sich auf den Behindertenparkplatz stellen, ist das schon eine ziemliche Frechheit, und wenn Sie die Feuerwehrgassee blockieren, wird's gemeingefährlich". Der Management-Experte empfiehlt Unternehmen, sich selbst zu "Räumen der Bürokratiebegrenzung" zu machen, Beschäftigte von unnötiger Bürokratie abzuschirmen und selbst eine "Politik der Minimal-Regulierung" einzuführen.

Über die Studie: Für die Studie im Auftrag des Beratungsunternehmens die kontur wurden im November 2024 durch das Marktforschungsunternehmen civey 2500 Erwerbstätige in Deutschland befragt.

10.01.2026 10:23
Zalando krass unfairer Teil der Gesellschaft
Mit scharfen Worten hat Bodo Ramelow (Linke) die Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt kommentiert: »Mich macht das fassungslos«, sagte der ehemalige thüringische Ministerpräsident der Nachrichtenagentur dpa. Die Entscheidung, den Standort dichtzumachen, sei eine Missachtung von Arbeitnehmern und Region. »Der Aufstieg von Zalando als Internethändler geht mit dem Logistikzentrum in Erfurt einher.«

Der Dax-Konzern hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass das Logistikzentrum Ende September schließen soll. Grund ist nach Unternehmensangaben eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern den Onlinemodehändler About You übernommen. Bereits nach Bekanntwerden der Übernahme Ende 2024 hieß es, die Unternehmen könnten dadurch etwa bei den Kosten für Logistik sparen.

Ramelow, heute Bundestagsvizepräsident, sprach von einer kalten Abwicklung des Standorts mit nicht viel mehr als dem gesetzlich vorgeschriebenen Sozialplan. Er sprach von »Raubtierkapitalismus«. Der Versandhändler hatte sich nach seiner Gründung als Start-up bei Erfurt seinen ersten großen Logistikstandort aufgebaut, der nach Unternehmensangaben heute rund 2700 Arbeitnehmer beschäftigt.

Zalando habe alle zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten erhalten – »direkte und indirekte«, sagte Ramelow. Nach seinen Angaben wurden sogar Busverbindungen in verschiedene Thüringer Regionen organisiert, um Arbeitskräfte nach Erfurt zu bringen. Das Logistikzentrum habe eine internationale Belegschaft. Nach Angaben von Ramelow werden Arbeitnehmer aus Osteuropa, aber auch viele Migranten beschäftigt, die nach 2015 nach Deutschland kamen.

Gerade sei versucht worden, dem Logistikzentrum eine Tarifbindung zu geben. Ramelow, der vor seiner Politikkarriere Gewerkschaftsfunktionär war, kündigte Unterstützung für die Arbeitnehmer an, die ihre Arbeit verlieren sollen. »Ich werde mich an die Seite des Betriebsrats stellen.«
Auch Carsten Schneider kritisiert Zalando

Kritik kam auch von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der aus Erfurt stammt. Zalando sei mit dem Standort Erfurt gewachsen und erfolgreich geworden. »Sich heute so dreist und unverfroren gegen diesen Standort zu stellen und 2700 Familien ins wirtschaftliche und soziale Unglück zu stürzen, zeugt von einem skandalösen Verhalten«, sagte Schneider. »Das hat weder etwas mit unternehmerischer Verantwortung noch mit betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit zu tun. Zalando steht damit exemplarisch für einen eiskalten Kapitalismus, der Gewinne privatisiert und soziale Fragen ausblendet.«

07.01.2026 08:39
Hass und krasse Unfairness gegen schwarze Menschen in Deutschland
Eine neue Studie zeigt auf, wie tief das systematische Problem Rassismus in Deutschlands Gesellschaft, Behörden und Polizei liegt. Schwarze Menschen werden online und offline angegriffen – und bleiben oft damit allein, sich dagegen zu wehren.

Daniel Roßbach, Redakteur im Politikressort der Frankfurter Rundschau, schreibt dazu in der FR:
„Viele Schwarze Menschen in Deutschland erleben rassistische Beleidigungen; systematischer Rassismus in der Gesellschaft ist die Basis für Fälle von Hassrede, bei denen es sich eben nicht nur um einzelne Vergehen handelt: Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Jenaer Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (im Dezember) veröffentlicht hat.

Dieser Studie zufolge wurden drei Viertel der befragten Schwarzen Menschen mindestens einmal online rassistisch beleidigt. Aber auch in Bezug auf persönliche Begegnungen im realen Leben berichten ähnlich viele Betroffene von rassistischer „Hatespeech“, sei es auf offener Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Freizeitaktivitäten und in Bildungseinrichtungen oder am Arbeitsplatz. Nur gut ein Drittel der Befragten gab an, noch nie rassistischen Beleidigungen durch Polizist:innen oder Sicherheitskräfte ausgesetzt gewesen zu sein, aber zwölf Prozent sagten, das „sehr häufig“, weitere 15 Prozent das „häufig“ erlebt zu haben. Ähnlich sind die Erfahrungen auch mit anderen Behörden.

Grundlage der Erhebung, die 2024 unternommen wurde, war eine Umfrage durch das Demografie-Institut YouGov unter Menschen, die „sich als Schwarze, Afrodeutsche, Afrodiasporische Person“ identifizieren. Etwas mehr als 1000, von denen vier Fünftel deutsche Staatsangehörige sind, nahmen daran teil.

Auch Polizei und Behörden für rassistische Übergriffe verantwortlich

Für Laura Dellagiacoma, Mitautorin der Studie, folgt aus deren Ergebnissen: „Rassistische Hassrede ist kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem unserer gesamten Gesellschaft, die noch tief von anti-Schwarzem Rassismus geprägt ist“. Sie warnt insbesondere davor, rassistische Vorfälle als isoliertes Fehlverhalten zu betrachten: „Was viele als Einzelfälle abtun, betrifft Schwarze Menschen in nahezu allen Lebensbereichen – mit gravierenden Folgen für ihre Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und psychosoziale Gesundheit.“

Das gelte gerade auch für Kommunikation online, in der Schwarze Menschen ständig rassistische Anfeindungen erführen, so die Autorinnen der Studie. Schließlich sei Onlinepräsenz ein zentraler Teil des eigenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens. In all diesen Bereichen machten Schwarze Menschen die Erfahrung, nicht mit Schutz durch andere Personen, Plattformen oder staatliche Stellen rechnen zu können, sondern selbst dafür sorgen zu müssen, sich Angriffen zu entziehen. Francesca Sika Dede Puhlmann, die zweite Autorin der Studie, fordert deshalb: „Es braucht endlich politische Verantwortung: klare gesetzliche Maßnahmen gegen rassistische Hetze, eine konsequente Strafverfolgung und eine nachhaltige Förderung Schwarzer Selbstorganisationen“.
Forschende beschreiben Schritte für antirassistische Arbeit

Konkret sehen die Gesellschaftspsychologin Dellagiacoma und die Soziologin Puhlmann fünf Schritte, um Rassismus in Deutschland entgegenzuwirken: rassismuskritische Bildungsangebote, konsequente Ahndung von Hassrede in digitalen Räumen, unabhängige Beschwerdestellen, stärkere Thematisierung des Problems in Medien und „die dauerhafte finanzielle Förderung von Selbstorganisationen und -vertretungen Schwarzer Communities“.
Axel Salheiser, der wissenschaftliche Leiter des Jenaer Instituts, sagt, dass, weil Rassismus ein systematisches gesellschaftliches Problem in Deutschland sei, „eine gesamtgesellschaftliche Antwort – mit politischem Rückhalt, klarer antirassistischer Haltung und strukturellem Schutz für Betroffene“ notwendig sei. Dabei brauche es aber auch aktive Einsicht in das Problem und Mitwirkung an seiner Lösung durch weiße Personen – gerade damit Schwarze Menschen nicht damit allein gelassen würden, weiterhin immer wieder rassistisch angegriffen zu werden“.

23.12.2025 16:15
Wir wünschen alles Gute und sind am 7.1.2026 wieder erreichbar
Interessierte User und Fairness-Interessierte,
wir sind bis einschließlich 6.1.2026 in Betriebsferien. Sollten Ihnen dennoch der Schuh drücken, senden Sie uns bitte eine Mail an unseren Kontakt; wir versuchen dann, zeitnah zu antworten.

Für die Weihnachtszeit, die Zeit "zwischen den Jahren", den Start ins Neue und bis 7.1.26 wünschen wir Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit, Lebensfreude und Resilienz!

Wie danken für Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und Ihr Wohlwollen für unser Fairness-Engagement und freuen uns über und auf Ihre Spenden dafür!

Ab 7.1.26 erreichen Sie uns wieder wie gewohnt
per Telefon und Mail.

Jutta Schmidt M.A. und Dr. Norbert Copray

20.12.2025 10:45
Schokolade mit Fairness wäre gut
Das Wichtigste gleich zu Beginn:

Viele große Schokoladenmarken wie Lindt und Milka erfüllen soziale Standards nur unzureichend, während kleinere Anbieter wie Dennree, Rapunzel, Die Gute Schokolade und Tony’s Chocolonely deutlich strengere Fair-Trade-Kriterien einhalten.
Teure Markenprodukte schneiden in Sachen Fair Trade nicht automatisch besser ab; günstige Eigenmarken hingegen tragen häufig das Fairtrade-Siegel.
Bio-Schokolade punktet zusätzlich beim Tierwohl durch bessere Haltungsbedingungen für Milchkühe, einen höheren Kakaoanteil und den Verzicht auf Aromen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat im Rahmen eines aktuellen Marktchecks zahlreiche Vollmilch-Schokoladen im Hinblick darauf untersucht, wie fair sie produziert werden. Dafür haben die Verbraucherschützer:innen insgesamt 19 Schokoladen-Tafeln in Bezug auf Fairness und Transparenz genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse ihres Marktchecks hat die Verbraucherzentrale am Mittwoch (10. Dezember 2025) vorgestellt. Diese sind durchaus überraschend ausgefallen.

Vollmilch-Schokolade im Check: teuer ist nicht gleich fair

So schneiden die teuren Markenprodukte beim Thema fairer Produktion nicht automatisch besser ab. Laut Verbraucherzentrale war in dem jüngsten Test sogar oftmals das Gegenteil der Fall. “Die mit einem Kilopreis von 36,90 Euro teuerste Schokolade im Marktcheck - ein Produkt von Lindt - weist trotz des hohen Verkaufspreises Defizite bei Umwelt- und Fairnesskriterien auf. Die preisgünstigen Vollmilch-Schokoladen der Handelsmarken Ja!, Fin Carré, Choceur, K-Classic und Chocóla kosteten im Erhebungszeitraum im Sommer 2025 hingegen nur 99 Cent pro 100-Gramm-Tafel; trotzdem tragen sie durchweg ein Fairtrade-Siegel für den Kakaoanteil“, so die Verbraucherschutzbehörde.

Allerdings: Das Fairtrade-Siegel sichert Arbeiterinnen und Arbeitern im Kakaoanbau zwar bessere Arbeitsbedingungen und Kakaopreise über dem Weltmarktpreis zu, doch diese sind nicht unbedingt existenzsichernd. Das Geld reicht also oft nicht für die betrieblichen und alltäglichen Ausgaben, die die Kakaobäuerinnen und Kakaobauern haben. Trotzdem bietet das Siegel mehr verlässliche Kriterien als ungelabelte Produkte und ist daher grundsätzlich die bessere Wahl.

Nur wenige Hersteller erfüllen strenge Kriterien
Schätzungen zufolge wird Kakaobäuerinnen und Kakaobauern weniger als zehn Prozent des Schokoladenpreises im Supermarkt gezahlt. Nur ein paar Schokoladenanbieter unserer Stichprobe erfüllen strenge Kriterien beim Kakaoanbau und haben sich in der Vergangenheit einen besonders guten Ruf erarbeitet. Ausreichende Löhne, die die Lebenshaltungskosten decken, garantieren nach eigenen Angaben bislang lediglich die Marken Dennree, Rapunzel, Die Gute Schokolade und Tony’s Chocolonely.

Fairer Anbau von Kakao: Nur unabhängige Siegel bieten Orientierung

Gerade Kakao sei im Hinblick auf die Produktionsbedingungen ein besonders kritischer Rohstoff aus dem Globalen Süden. “Kinderarbeit und der ungeschützte Einsatz von gefährlichen Pestiziden sind nur zwei Beispiele für die gravierenden Missstände”, so die Verbraucherzentrale.

In diesem Bereich bieten große Markennamen keineswegs eine verlässliche Orientierung für fair produzierte Lebensmittel. So würden bekannte Hersteller wie “Lindt”, “Milka” oder “Marabou” zwar eigene Anbauprogramme für Kakao betreiben. Doch deren Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen seien als unzureichend einzustufen. Deshalb sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher besser an unabhängigen Siegeln orientieren. “Unabhängige Siegel oder kleinere Anbieter mit ambitionierten Fair-Trade-Zielen bieten diesbezüglich deutlich mehr Sicherheit”, so die Empfehlung der Verbraucherzentrale.

Im aktuellen Marktcheck haben gerade große Marken laut Verbraucherzentrale Defizite bei sozialen Standards aufgewiesen. “Viele große Schokoladenmarken wie Lindt und Milka erfüllen soziale Standards nur unzureichend, während kleinere Anbieter wie Dennree, Rapunzel, Die Gute Schokolade und Tony's Chocolonely deutlich strengere Fair-Trade-Kriterien einhalten”, heißt es etwa in einem Fazit des Marktchecks.

Verbraucherzentrale: “Bio-Schokolade überzeugt bei Zutaten und Tierwohl”

Neben dem Kakao spielt bei der Produktion von Vollmilch-Schokolade natürlich auch die Milch eine wichtige Rolle. Hier punkten vor allem Bio-Produkte. “Bei Produkten mit Bio-Siegel ist der Auslauf im Freien für Milchkühe vorgeschrieben. Zudem zeichnen sich die Bio-Schokoladen in der Stichprobe durch einen hohen Kakaoanteil von 33 bis 38 Prozent aus. Gleichzeitig verzichten die Hersteller auf zugesetztes Aroma”, so die Bewertung der Verbraucherzentrale.

"Vollmilchschokolade im Detail"




08.12.2025 08:58
Wie die verrohte Gesellschaft krasse Unfairness und Gewalt fördert
Bernd Hontschik, Chirurg und Publizist, beschreibt in der Frankfurter Rundschau (6.12.25) kritisch „Gewalt im Krankenhaus“ und sieht darin einen Spiegel der zunehmend verrohten Gesellschaft:

Von einer „Zunahme von Beleidigungen, Bedrohungen und körperlichen Attacken, von Tritten und Schlägen die Rede. Allein in einem halben Jahr, sagt ein Hamburger Feuerwehrsprecher, habe es zahlreiche Angriffe gegen Kollegen seiner Wache gegeben: „Eine Notfallsanitäterin wurde getreten – in den Unterleib. Es ist ein Kollege mit einem Faustschlag im Gesicht getroffen worden. Ein Tritt vor die Brust und natürlich auch Bespucken und so weiter. Es sind Fahrzeuge beschädigt worden durch Fußtritte. Das Ganze wird rauer draußen, wirklich rauer.“

In einer Umfrage im Auftrag von Doctolib unter Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Medizinischen Fachangestellten gaben 75 Prozent an, im letzten Jahr mindestens einmal mit Gewalt in Konfliktsituationen zu tun gehabt zu haben. Bei zwei Dritteln der Befragten waren es verbale Attacken und Beleidigungen durch Patient:innen, mehr als ein Drittel war bedroht worden, ein Viertel war sogar körperlicher Gewalt wie Schlägen oder Beißen ausgesetzt. Frauen waren überproportional häufig von Angriffen betroffen, besonders junge Ärztinnen.

Wenn ausgerechnet Angehörige von gemeinwohlorientierten Dienstleistungen zur Zielscheibe von Aggressionen werden, ist Ursachenforschung dringend angesagt. Die Ursachen dieser Entgleisungen sind vielfältig: Alkoholisierungen, Kontrollverluste durch Drogen, soziale Eskalationen, psychiatrische Auffälligkeiten oder Machogehabe. Das hat es aber schon immer gegeben, auch vor zehn Jahren und auch vor zwanzig Jahren. Diese Überlegungen können nicht den massiven Anstieg in den letzten fünf Jahren erklären. Was hat sich in dieser Zeit geändert?

In einer Krankenhausambulanz erlebt man nichts anderes als das, was sich im täglichen, im öffentlichen Leben abspielt. Als Beispiel möge das Benehmen von Bundestagsabgeordneten dienen, die in ihren Hasstiraden und Beleidigungen kaum noch Grenzen kennen. Das gab es vor wenigen Jahren noch nicht. Das wäre der allgemeine Teil, sozusagen das gesellschaftliche Klima. Da ist jeder Respekt vor dem Gegenüber abhandengekommen.

Und was hat sich im Gesundheitswesen verändert? Es beginnt damit, dass man in weiten Landstrichen gar keine ambulante ärztliche Versorgung mehr vorfindet. Dazu ist eine große Zahl von kleinen Krankenhäusern in die Insolvenz getrieben worden. Besonders im Osten und auf dem Land sind weite Anreisen inzwischen der Normalfall. Die Terminvergabe bei Fachärzten ist ein Glücksspiel, inzwischen auch schon bei immer mehr Hausärzten. Der Anstieg der Fallzahlen in den Krankhausambulanzen ist also Folge eines Versagens der ambulanten Medizin, die immer mehr ausgedünnt, immer schwerer erreichbar und mit immer längeren Wartezeiten verbunden ist.

Im Krankenhaus sind die Veränderungen besonders schwerwiegend. Krankenhäuser müssen schwarze Zahlen schreiben. Unrentable Bereiche werden personell ausgetrocknet und unterfinanziert. Krankenhausambulanzen sind höchst unrentabel. Daher erlebt man dort immer öfter Wartezeiten von mehreren Stunden, um dann blitzartig abgefertigt zu werden. Da muss man sich eigentlich über jeden einzelnen Fall wundern, in dem es nicht zu Wutausbrüchen kommt.

So haben die beiden Meldungen eben doch sehr viel miteinander zu tun. Ein Anstieg der Nachfrage trifft auf ein immer weiter reduziertes Angebot: Das kann zu Verzweiflung führen. Manchmal auch zu Gewalt.

03.12.2025 10:45
De-Invest-Bewegung kommt voran
Die Zahl der Einrichtungen, die ihre Gelder aus fossilen Unternehmen abziehen, wächst. Unter den mittlerweile rund 1.700 Institutionen der sogenannten Divestment-Bewegung sind auch 46 kirchliche Organisationen, die sich auf der Weltklimakonferenz in Belém der Initiative angeschlossen haben. Gemeinsam verwalten alle Beteiligten 34 Milliarden Dollar – etwas mehr als den Börsenwert von RWE. 2019 waren es noch 13 Milliarden. Rund ein Drittel der Gelder gehört religiösen Trägern, daneben bekennen sich auch Universitäten, Städte und Pensionsfonds zu grünen Wertanlagen. Die Beteiligten legen jedoch sehr unterschiedlich aus, wann eine Anlage als fossilfrei gelten darf. Für die katholischen In­ves­to­r:in­nen fallen alle Unternehmen darunter, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit fossilen Geschäftsmodellen machen. Bei den evangelischen Institutionen sind wiederum nur Investitionen in die extrem klimaschädlichen Brennstoffe Kohle, Fracking-Gas und Öl aus Teersand ausgeschlossen.
Lino Wimmer

18.11.2025 08:30
Videos zur 25-Jahr Feier der Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main
25 Jahre Fairness-Stiftung haben wir am 6.9. gefeiert - mit großartiger Musik der Band Yumajo, mit Reden von Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, Helmut Graf, Geschäftsführer Stiftung Buntes Herz, mit Jutta Schmidt M.A., Geschäftsführende Direktorin der Fairness-Stiftung, mit zwei Geprächsrunden zum Thema
"Und trotzdem fair?Anständig handeln in unanständigen Zeiten"
mit Helmut Graf, Geschäftsführer Stiftung buntes Herz gGmbH,
Dr. Philipp Bocks, Vorstand Karl Schlecht Stiftung (KSG),
Uwe Rieken, Vorstand FAROS Fiduciary Management AG

sowie zum Thema:
Außer Spesen nichts gewesen? Fairness – was bleibt?
mit Dr. Manuela Richter-Werling, Gründerin und langjährige Geschäftsführerin von, Träger des
Fairness-Initiativpreises (u.a. Irrsinnig Menschlich),
Christiane Schubert, Managing Director der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain,
Florian Borns, Geschäftsführer von Digitale Helden,
Christoph Hohl, Managing Partner von Dieter Hofmann Consultants GmbH (Executive Search),
Nathalie Krahé, Diplom-Psychologin, Krahé-Beratung und PROfair®

"Videos mit Themen- und Personenangaben"

10.11.2025 10:53
Mobbing ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft
Ein Großteil der Erwachsenen ist schon mal Opfer von Mobbing geworden. Vor allem im Netz ist die Zahl der Betroffenen laut einer Studie deutlich gestiegen. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage demnach immer weiter verschärft.

Im Netz, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, im Freundeskreis: Ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung hat laut einer Studie Mobbing oder Cybermobbing erlebt. Das berichtet das Bündnis gegen Cybermobbing in Berlin. Rund 37 Prozent der Befragten waren demnach schon einmal "klassischen" Mobbing-Attacken ausgesetzt. Das bedeute einen Anstieg um 12,9 Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung 2021 und entspreche rund 19 Millionen Menschen.

Es habe sich gezeigt, dass kaum ein Lebensbereich im privaten wie beruflichen Umfeld verschont bleibe, berichtete das Bündnis. Außerdem zeigt die Studie, dass sich jedes vierte Cybermobbing-Opfer selbst als suizidgefährdet einstuft. Das Bündnis bezieht seine Erkenntnisse aus einer nach eigenen Angaben repräsentativen Studie, bei der kürzlich 2.300 Personen zwischen 18 und 65 Jahren bundesweit online befragt wurden.

Immer noch viele Mobbing-Fälle am Arbeitsplatz

In Bezug auf Mobbing in der Arbeitswelt zeigt die Studie einen Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2021. Dennoch bleibt die Zahl der Mobbing-Vorfälle am Arbeitsplatz hoch. Demnach ereignen sich 43 Prozent aller Mobbingfälle in der Arbeitswelt. Besonders fällt auf, dass in mehr als der Hälfte dieser Fälle Vorgesetzte als Täter oder Mittäter beteiligt sind.

Als Mobbing gilt in der Befragung, wenn jemand gezielt und systematisch Angriffen wie Anfeindungen, Schikane und Diskriminierung ausgesetzt ist - und das wiederholt und über einen längeren Zeitraum. Unter Cybermobbing fallen demnach etwa Belästigung, Beleidigung, Diffamierung, Bloßstellung oder Nötigung über das Internet - über soziale Netzwerke, Mails, Chatrooms, Videos. Eine allgemeingültige Definition für die beide Begriffe gebe es bisher nicht.

Beim Cybermobbing sei von mehr als 7,2 Millionen Opfern auszugehen. Davon waren rund 14 Prozent der Befragten betroffen - das sei eine Zunahme um sogar 21,7 Prozent im Vergleich zu 2021 (damals gaben das 11,5 Prozent an). Die meisten Cybermobbing-Opfer sind zugleich auch Opfer von "klassischem" Mobbing. In beiden Mobbing-Problemfeldern verschärfe sich die Situation nun schon seit der ersten Befragung von 2014 stetig weiter, betont der Vorsitzende des Bündnisses, Uwe Leest. "Mobbing ist ein fester Bestandteil in unserer Gesellschaft."

Cybermobbing-Vorfälle spielen sich demnach mit 62 Prozent überwiegend im privaten Umfeld ab. Bei den Tätern handelt es sich bei beiden Mobbingformen im privaten Umfeld meist um Freunde, auch wenn dieser Täterkreis im Vergleich zur Vorstudie abnahm. Mehr Täter als vor vier Jahren kommen inzwischen aus der Familie, der Nachbarschaft oder Vereinen.

Junge Menschen am stärksten betroffen

Die Studie weist auf die besonders hohe Betroffenheit bei jungen Menschen hin. 45 Prozent der 18- bis 24-Jährigen gaben an, bereits Opfer von Mobbing geworden zu sein, ein Viertel berichtet von Cybermobbing-Erfahrungen. Frauen sind demnach stärker betroffen als Männer: Sie haben ein 1,3-mal höheres Risiko, Opfer von Mobbing zu werden.

Im ARD-Morgenmagazin sprach die Cyberpsychologin Dr. Catarina Katzer über mögliche Gründe, warum jemand zum Cybermobber wird. Laut der Expertin führen sowohl Jugendliche als auch Erwachsene ein "Leben im Dauerkrisenmodus". Deshalb seien Ängste und die psychologische Belastung gestiegen. Außerdem hätten Impulskontrolle und die Problemlösefähigkeit abgenommen. Das wiederum führe zu Wut und die könne sich im Netz gut entladen. Denn dort hätten Täter eine hohe physische und psychische Distanz, was die Hemmschwelle senke, so Katzer. Sie nimmt darum auch Soziale Netzwerke in Pflicht. Ihre Forderung: Einen ständigen Notfallknopf, mit dem Betroffene schnell Hilfe anfordern können.

Und auch das zeigt die Studie: Rund 82 Prozent der Täter waren nach eigenen Angaben zuvor schon mal Opfer von Mobbing im Netz oder im realen Leben. "Wir sehen in der Studie, dass immer mehr Opfer zu Tätern werden. Unrecht wird mit Unrecht vergolten", sagte Leest der Nachrichtenagentur dpa. Bei den jüngeren Erwachsenen zeige sich, dass das gelernte negative Verhalten in Jugend- und Schulzeit häufig übernommen werde ins Arbeitsleben. Ein "erfolgreicher" Täter, der nicht gestoppt wurde, suche sich oft auch mehrere Opfer oder halte nach Mittätern Ausschau.

Hohe Kosten für Mensch und Gesellschaft

Die Auswirkungen auf die Betroffenen sind laut Studienmachern schwerwiegend: 45 Prozent der Mobbing-Opfer berichten von langfristigen psychischen Belastungen, darunter Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen. Besonders bei Cybermobbing, das oft kürzere Zeiträume umfasst, können die psychischen Folgen tiefgreifend sein.

Die Studie zeigt auch, dass die Opfer eine klare Haltung gegenüber der Gesetzgebung haben: Fast drei Viertel der Befragten fordern schärfere Gesetze, insbesondere ein spezifisches Mobbing- oder Cybermobbinggesetz. Uwe Leest appelliert: "Wir gemeinsam als Gesellschaft haben die Möglichkeit, dieses Problem kleiner werden zu lassen."

Ein weiterer Aspekt der Studie sind die wirtschaftlichen Folgen von Mobbing: Allein die mit Vorfällen verbundenen Krankheitsfolgekosten für Unternehmen betragen jährlich rund 4,3 Milliarden Euro.

Tagesschau

07.11.2025 09:10
Aldi vorbildlich im Umgang mit Lieferkettengesetz bei Bananen
Nach einer Beschwerde beim Discounter Aldi haben Bananenarbeiter im mittelamerikanischen Costa Rica Entschädigungszahlungen erhalten. Das Lieferkettengesetz spielt dabei eine entscheidende Rolle.

San José/Berlin - Nach einer Lieferkettengesetz-Beschwerde haben Beschäftigte einer Bananenplantage in Costa Rica Entschädigungszahlungen erhalten. Die Zahlungen erfolgten nach etwa zweijähriger Verhandlungszeit im August 2025, wie die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam mitteilte. Über Höhe und Anzahl der Zahlungen sei Stillschweigen vereinbart worden.

An den Verhandlungen beteiligt waren neben Oxfam eine lokale Gewerkschaft, ein Zulieferer und ein Produzent von Bananen - sowie der Discounter Aldi, bei dem die Beschwerde nach dem Lieferkettengesetz unter anderem eingereicht worden war. Bemängelt wurden dabei Verstöße gegen Arbeitsrechte auf den Plantagen – darunter zu niedrige Löhne, fehlender Schutz bei Pestizideinsätzen und die Benachteiligung von Gewerkschaftsmitgliedern.

Aldi habe sich „konstruktiv für eine Lösung eingesetzt“ und gemeinsam mit Gewerkschaft, Zulieferer und Produzent nach Lösungen gesucht, hieß es von Oxfam. In den anschließenden Untersuchungen seien mehrere Missstände bestätigt worden. Durch die Kooperation sei es gelungen, Unregelmäßigkeiten bei Lohnabrechnungen aufzuarbeiten und schließlich Entschädigungen an eine Gruppe betroffener Arbeiterinnen und Arbeiter zu zahlen. Aber: „Für den Produzenten und der Zulieferer ist elementar, dass die Zahlungen kein Schuldeingeständnis darstellen“, hieß es

Auch bei weiteren Themen wie dem Arbeitsschutz wurden den Angaben nach deutliche Fortschritte gemacht. Alle Vorwürfe hätten aber noch nicht geklärt werden können. „Aldi, der Zulieferer und der Produzent vor Ort bestätigen, dass (...) sie sich weiterhin gemeinsam dafür einsetzen, alle offenen Themen nachhaltig zu bearbeiten“, hieß es.

Oxfam sieht Präzedenzfall

„Wir sind sehr froh, dass zum ersten Mal Zahlungen an Betroffene geleistet wurden. Das bedeutet uns viel“, wird der Generalsekretär der Gewerkschaft Sitrap, Didier Leiton, in der Mitteilung zitiert. Oxfam sieht darin einen wichtigen Präzedenzfall. „Das Ergebnis zeigt, dass das Lieferkettengesetz wirkt“, teilte der Oxfam-Referent für Menschenrechte in globalen Lieferketten, Tim Zahn, mit. „Der Prozess im Beschwerdefall hat offenbart, dass es essenziell ist, Gewerkschaften und Unternehmen an einen Tisch zu bringen.“

Auch der Discounter zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Unser Ziel ist eine spürbare Verbesserung der Menschenrechtslage in den Lieferketten“, sagte der Nachhaltigkeitsdirektor von Aldi Süd, Maximilian Vogt. Daher unterstütze man ausdrücklich menschenrechtliche Sorgfaltspflicht-Gesetzgebungen. „Denn Fälle wie dieser zeigen deutlich, dass solche Regelungen konkret zum Schutz der Betroffenen beitragen.“
Meine News

Gesetz soll Menschenrechte stärken

Das deutsche Lieferkettengesetz ist ein gesetzlicher Rahmen, der sicherstellen soll, dass Unternehmen in ihren globalen Lieferketten bestimmte Arbeits- und Umweltstandards einhalten. Es trat 2023 in Kraft. Ziel ist es, Menschenrechte weltweit zu stärken und Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit profitieren. Zuletzt gab es Diskussionen über eine Abschwächung des Gesetzes, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu vermeiden.
dpa

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